Damit ihr so wisst, was wir so machen und was wir bis jetzt gesehen haben, hier ein kurzer Bericht:
Das Einchecken hat dank des Internets super geklappt. In Frankfurt haben wir dann nur noch unser Gepäck in die vertrauensvollen Hände der Lufthansa übergeben und schon waren wir „fertig“. Vor uns lagen nur noch ca. 12 Stunden Flug! Die Maschine war brechend voll. In unserem Teil gab es nur zwei freie Sitzplätze (und wir sind nicht im Business-Teil geflogen!) Irgendwann sind aber auch die 12 Stunden vorbei gewesen und ich wunderte mich, dass man den Standard des Fluges von einem Flug zu dem anderen noch absenken kann – es scheint aber doch zu gehen! Sparen, sparen, sparen, auch wenn es am Kunden ist!
In Singapur am Flughafen wurden wir von Wärmeerfassungskameras auf der Rolltreppe „begrüßt“ und gleich überprüft, ob wir nicht zu heiß gelaufen sind – „Schweinegrippe“ lässt grüßen ;-) Die zwei großen Gepäckstücke ließen wir gleich am Flughafen und mit unserem Täschchen stiegen wir in die U-Bahn. Unsere E-Tickets sind immer noch gültig gewesen, aber da sie schon etwas in die Jahre gekommen sind, bekamen wir neue.
Im Hotel angekommen, gingen wir sofort Sushi essen! Davon habe ich doch schon so lange geträumt! Was soll ich sagen? Lecker war es! Grünen Tee dazu und der Urlaub kann beginnen.
Denn gleich am nächsten Tag flogen wir weiter nach Kota Kinabalu – der Hauptstadt von Sabah, einem malaysischen Borneo-Teil. Auch hier ist die Schweinegrippepanik ausgebrochen, wir müssten schriftlich versichern, dass wir nicht krank sind, haben ein Zettel mit einer Notfallnummer bekommen, und müssten schriftlich zusichern, dass wir uns die Hände immer mit Seife waschen werden! Zum Schluss mussten wir uns die Hände noch desinfizieren und so durften wir den malaysischen Boden betreten.
Unser Auto wartete schon auf uns – ein vornehmer schwarzer Ford Allrad. Gut, dass uns diese Größe von Auto nicht unbekannt ist – denn in Malaysia fährt man links! Und das reicht eigentlich als Verwirrung. Nicht genug dessen ist der Blinker mit dem Scheibenwischer vertauscht – das heißt, wir schalteten den Scheibenwischer recht oft – auch ohne Regen!
Jetzt brauchen wir noch ein Hotel. Von zu Hause haben wir nicht reserviert. Unsere Erfahrungen aus Westmalaysia sagten uns: Platz gibt es genug, man muss nur finden wo! Leider haben wir mit der recht schnell anbrechenden Dunkelheit nicht gerechnet. Dunkel, dunkle Straßen, fehlende Beschilderung – also einfach ist es nicht. Ein Ressort am Strand haben wir auch recht gut gefunden, nur mit den Preisen pro Nacht (die ein Monatsgehalt des Angestellten dieses Ressorts überschreiten) sind wir nicht einverstanden gewesen. Also müssten wir uns etwas neues suchen. Die Malayen sind aber super nettes Volk – man griff uns unter die Arme, skizzierte etwas auf der Karte und reservierte ein Zimmer (zum halben Preis) in einem anderen Ressort :-) Wie gut, dass wir ein Allradauto genommen haben, dachten wir uns bei dem ersten Schlagloch, dass uns bei jedem anderen Auto mindestens einen Achsenbruch verursacht hätte! Nach diesem Schrecken kamen wir in Kriechtempo zu unserem Ressort, welches direkt am Meer lag, an einem Strand, den wir leider wegen der Dunkelheit am ersten Abend nicht zu sehen bekamen.
Am nächsten Morgen machten wir aber sofort einen wunderschönen Spaziergang. Einmal nach rechts bitte dachten wir uns und gingen darauf los so lange bis der Strand zu Ende war. Das Wasser angenehm warm, der Strand feinkörnig und weich.
An diesem Ort verbrachten wir drei Tage – wobei wir die nähere Umgebung, die näheren Restaurants und ganz genau die Löcher vor unserem Ressort ins Auge genommen haben. In den ersten Tagen stellten wir auch fest, dass die Straßenkarten welche wir mitgebracht haben (darunter auch malaysische) eher einen grob informativen Charakter und keine bindende Aussage besitzen. Straßen sind da – die verlaufen zwar nicht immer dort, wo die Karte sie anzeigt und sind nur in sehr seltenen Fällen so schnurgerade wir auf der Karte, aber irgendwie kommt man von Punkt A zu Punkt B. Die Zeit unterliegt dabei eher der Relativitätstheorie als dem geplantem Vorhaben ;-) Aber wir machen Urlaub! Schade nur, dass es so schnell dunkel wird und dass die Straßen stellenweise in einem eher sehr schlechtem bis nicht vorhandenem Zustand sind. So fahren wir in den ersten Tagen etwas Richtung Norden (Kota Belud) und dann am Rand des Gebirges (Kinabalu) zum Ressort zurück. Am nächsten Tag fuhren wir nach Kota Kinabalu – laut unserem Reiseführer trotz allem eine Reise wert – na ja diese Meinung bleibt wohl dem Autor vorbehalten. Nach einem überteuerten Tee fuhren wir dann weiter Richtung Park Kinabalu um zu erfahren wann die nächste Rafflesia blühen wird. Schon wieder haben wir den Karten zu großen Glauben geschenkt. Die Strecke zog sich – kein Wunder! Die Straße kletterte auf über 1700 m! Nur woher soll man das wissen? Wenn der Karte solche Infos nicht zu entnehmen sind? Die Gegend ist wunderschön! Auf dem Straßenrand wachsen Pflanzen, die wir aus Westmalaysia kennen, die aber jeden Europäer in Erstaunen versetzen würden. Darunter auch mein Lieblingsfarn, der unglaubliche Baumausmaße erreicht. In den hohen Lagen wird Gemüse angebaut für das es unten viel zu warm wäre ;-) Kohl und Tomaten gehören auch dazu.
Nach ein paar Stunden erreichen wir auch den Rafflesia Park. Leider blüht zur Zeit keine Rafflesia. Ihr wisst nicht was Rafflesia ist? Es ist die größte Blume der Welt. Sie braucht 15 Monate bis sie sich von der Knospe bis zu Blüte entwickelt und dann blüht sie nur 5-7 Tage! Die Blume gibt es (je nach Sorte) in verschiedenen Größen. Hier sollte sie 20 bis 30 cm erreichen. Aber das ist dann auch egal – da sie nicht da ist. Ein Mini-Abstecher in den Dschungel ist auch etwas schönes. [Bild] Da wir aber wissen, dass wir uns recht weit von unserem Hotel befinden, bleibt keine Zeit diese Schönheit zu genießen. Da unsere Karte ab sofort eine bessere Straße verspricht fahren wir eine neue Strecke (wir hätten es vielleicht doch lieber drehen sollen!) Nur es mag sein, dass auf der Karte die Strecke besser aussieht in Wirklichkeit verwandelt sich die Straße in eine Piste und nicht mal diese von guter Qualität! Dafür stehen dort Bagger oder Schilder. AWAS (Achtung) ist wohl das häufigste Schild in Sabah. Die Firma, die diese Schilder produziert, weiß inzwischen bestimmt nicht wohin mit dem Geld ;-)
Unterwegs sehen wir Reisfelder, die terrassenförmig den Hügel runter klettern. Ja in Malaysia wird auch Reis angebaut!

Nach Ranau klettern wir wieder hoch – Kinabalu (mit seinen über 4000 m) kreuzt unsere Straße, die unsere Karte als geraden Weg zeigt. So kommen wir erst sehr spät ins Hotel – aber da wir inzwischen alle Löcher auf dem Abzweig zu unserem Ressort kennen, ist das nicht so tragisch. Leider gab unser Autostromkonverter seinen Geist auf, so konnten wir den Computer nicht aufladen – und so ging auch unser GPS aus :-( das führte dazu, dass wir irgendwann falsch abgebogen sind und in einer unbekannten Dunkelheit gelandet sind. Nach ein paar bangen Minuten fanden wir aber den Weg wieder und auch das Hotel. Dort wartete auf uns ein prächtiges Buffet mit vielen Leckereien.
So sind die ersten drei Nächte vergangen – die Tage sonnig, ab und zu regnerisch und immer mit neuen Eindrucken und neuen Erlebnissen – wunderschön.
Unser nächster Ziel hieß Kudat. Recht weit im Norden. Das die Straßen nicht immer mit den Karten übereinstimmen wissen wir schon, aber dass eine Straße die auf zwei Karten (davon eine malaysische) plötzlich an einem Flussufer endet hat uns schon sehr erstaunt. Dort hofften wir wieder ein schönes Hotel oder Ressort am Strand zu finden. Na gut hoffen kann man – verboten ist es nicht ;-) Aber leider werden nicht alle Hoffnungen erfüllt. Der in einem Reiseführer (wir haben 3 verschiedene dabei) wird ein Ressort auch angekündigt – nur leider ist er irgendwie nicht im Betrieb. Es soll dort ein neues Kudat-Ressort geben – nur wiederum wo die Anmeldung zu diesem Ressort ist haben wir nicht erfahren können. So fahren wir erst nach Tip of Borneo – den nördlichsten Punkt von dieser Insel. Die Sicht ist beraubend, das Meer faszinierend, der Strand in unmittelbarer Nähe wunderschön – nur keine Schlafmöglichkeit vorhanden. Unser Zelt haben wir leider nicht mitgenommen!

An diesem Strand entdecken wir eine toll gelegene Polizeistation! Diesen Job würde ich auch gerne machen – aber schaut selber – so lässt sich doch leben – oder?

und dann jeden Abend dieser Anblick

– ist doch kaum zu ertragen – oder?
In Kudat finden wir in der Stadtmitte ein Hotel und fahren noch mal zum Strand. Wieso haben wir bloß kein Zelt mit?! Aber von diesem Hotel sind es auch nur 20 min. bis zu dem Strand.
An nächsten Morgen regnet es in Strömen! Im Hotel gibt es kein Frühstück – das heißt wir müssen in die Stadt. Kennt ihr chinesisches Frühstück? So ist auch das Malaysische ;-) Tofu in diversen Variationen, gebratene Nudeln, gedämpfte Etwas (leider habe ich es bis jetzt nicht probiert was es ist) und Hühnerflügel in Honig gebeizt und dann gebraten – diese habe ich schon öfters gegessen, sie schmecken herrlich. Für die paar Europäer hatten sie auch Toast. So machten wir uns ein globales Frühstück und fuhren Richtung Süden.
Im Hotel kauften wir uns noch ein kleines Büchlein von dieser Gegend und entdeckten dabei einen schönen Strand, der von Felsen umsäumt ist. Wie in einem kleinen Paradies sieht es hier aus. Ein Spaziergang und Bad im Meer müssen jetzt sein. Während des Spaziergangs fand ich eine riesengroße Muschel – habe mich aber dazu entschlossen sie am Strand liegen zu lassen. Erstens roch sie noch recht streng und zweites sie wog deutlich mehr als ein kg.

Auf dem weiteren Weg besichtigen wir noch das so genannte Longhouse. in dem früher bis zu 100 Familien wohnen konnten. Jede Familie bekam einen Zimmer (die wirklich nicht all zu groß gewesen sind) und ein Haus konnte bis zu 100 solcher Zimmer besitzen! Das Haus, das wir besichtigt haben hat 10 Zimmer. Die Hauptkonstruktion ist aus einem sehr hartem Holz, welches 25 Jahre hält. Der Boden ist aus halbierten Bambusstäben (Fußreflexmassage) und die Wände sind ursprünglich aus Baumrinde gefertigt – nur diese wäre jetzt schwer zu bekommen – also dann auch hier Bambus. Das Dach besteht aus Palmenblättern – welche alle 5 Jahre erneuert werden müssen. Es sind immer Matten von ca. 1,5 m die wie Dachziegel verlegt wurden. Das Klima im Haus ist hervorragend – auch ohne Klimaanlage. Die luftige Konstruktion hat was in sich – aber für unsere Breitengrade ist sie nicht geeignet!

Im nächsten Dorf wohnen die Gongmacher. Die Dinger sind schön und in verschiedenen Größen, aber was will man mit einem Gong denn tun? Ich fand dafür keine Verwendung, so wurden nur ein paar Fotos gemacht und die Reise geht weiter in den Süden.

Wir wollen in der nähe von Kinabalu übernachten, dort dann am nächsten Tag durch den Dschungel gehen und in die Natur tauchen. Aber leider ist das Wetter auf dem Weg zum Berg mehr als bescheiden, es regnet und zwar gar nicht zu wenig. Pläne umgeschmissen und weiter nach Ranau gefahren. Dort finden wir ein Hotel – oder so etwas in der Art. Wie gut, dass mich unsere früheren malaysischen Erfahrungen dazu bewogen haben ein eigenes Spannbetttuch zu nehmen :-) Es ist schön, wenn man kein gebrauchtes benutzen muss. Vor allem, da man mit dem Vorbenutzer weder verwandt noch verschwägert ist ;-) Aber diese Nacht ist ein Graus – zumindest für mich. Sobald wir im Bett lagen, fing draußen unglaublicher Lärm an, als ob jemand mit voller Bassstärke sein Auto unter unserem Fenster aufgedreht hätte. Ist diese Lärmquelle ausgeschöpft gewesen, fingen andere zu lärmen, sind die fertig geworden, kamen die Rufe des Muezzins und gleich danach die Müllabfuhr, sind die fertig geworden öffneten die ersten Restaurants und dazu mussten die ihre Jalousien – welche aus Metall sind – hochziehen – und das direkt vor unserem Fenster und immer schön nach einander, damit ich mehr davon habe! Ich habe die Aussage meines Mannes, der am nächsten Tag behauptet hat gut geschlafen zu haben, nicht verstehen können!
Jedenfalls auf seine Frage was machen wir jetzt wusste ich nur eine Antwort: URLAUB! Bitte ein Strandhotel (am liebsten gehobene Preisklasse!) und Ruhe! Damit war er einverstanden. Blick in die Karte (ich glaube wir sollten die Dinger echt wegschmeißen) sagte uns der Süden sieht viel versprechend aus.
Auf dem Weg dort hin entdecken wir am Straßenrand ein Schild, das ankündigt, dass eine Rafflesia blüht – also nichts wie hin! Sie blühte jetzt den 5-ten Tag – war also nicht taufrisch – aber da ;-) Wir zahlten eine Guckgebühr und durften die Wunderblume bestaunen. Sieht wirklich sehr mächtig aus! Das Exemplar hatte deutlich über einen halben Meter Durchmesser! Um die Blumen (es war ein Hügel) war gleich ein Steg aufgebaut, so dass wir sie nur von ca. 2 m sehen konnten. Neben ihr sah man noch ein verblühtes Exemplar und auch mehrere Knospen!


So sind wir nach einem Tag im Auto in Semporna angekommen. Kein Strand – also auch kein Strandhotel! Dumm gelaufen. Wir fanden ein Ressort (nicht gehoben) aber im großen und ganzen sehr nett. In manchen Reiseführen wird das Wort rustikal benutzt. Auch hier kommt unser Tuch zum Einsatz, den es gibt nur ein Betttuch und wir hätten es entscheiden dürfen ob wir darunter oder darauf schlafen wollen ;-) So saßen wir die letzten zwei Nächte in einem Pfahlhäuschen über dem Meer, hörten Karaoke und genießen die Gegend. Und jeden Abend gab es super tolles Fisch-Prawns-Menü direkt über dem Meer in dem Ressort. Ich freundete mich dort auch mit einem Kater an, welcher wunderschön war. Max verzeihe mir – bin etwas fremd gegangen ;-) Der Konkurrent war auch schwarz, hatte aber einen weißen, breiten Streifen über dem Bauch verlaufen und weiße Pfoten – klasse sah es aus. Diesen Bauch durfte ich dann immer kraulen, während wir auf unser Essen gewartet haben.
Strände gibt es in Borneo eigentlich nur an der Westküste und im Norden – na ja diese Info ist auch nicht in den Reiseführern zu finden – schade eigentlich! Am ersten Tag in dieser Gegend fahren wir nach Tawau, nach der Stadtbesichtigung wollen wir noch die Tawau-Hügel besichtigen, aber als wir gerade vor dem Tor stehen, öffnen sich die Himmelpforten und es kommt viel Wasser herunter. Ich weigere mich das Auto zu verlassen, mein Mann bekommt schlechte Laune :-( Auf dem Rückweg entdecken wir Kakaobäume. Eigentlich dachte ich immer Kakaobäume sind groß und stattlich. Diese hier sehen in etwa wie unsere Zuchtapfelbäumchen aus. Die Kakaobohnen wachsen direkt am Stamm.

Tawau soll auch eine Kakaostadt sein. Hier soll es auch eine entsprechende Fabrik geben, mit Vorführung und Verkostung. Leider steht in keinem Reiseführer wo! So wage Angaben wie Tawau kann man eigentlich in die Tonne werfen. Als wir nach mehreren km außerhalb von Tawau ein Hinweisschild finden, führt uns dieser dann zu einer Kakaoplantage wo ein freundlicher Wächter uns im fließendem Malayisch den Weg verweigert. Nix Vorführung, keine Verkostung! Schade. So fahren wir miesgelaunt zu unsere Unterkunft zurück. Wir machen noch einen Abstecher in die Stadt – Semporna. Hier wollen wir uns den Markt und die Stadtmitte besichtigen. Als wir uns der Abfahrtstelle von diversen Booten nähern, welche Mitten im Markt neben der Fischhalle (ohne Kühlung!) liegt wird mir übel! Dieser Gestank von verwestem, gemischt mit dem Fischgeruch das ist zu viel für mich, ich muss mir den Mund zuhalten um mich nicht zu übergeben! So etwas hatte ich bis jetzt noch nie erlebt und ich habe schon viele Märkte besichtigt! Auch in warmen Regionen, aber dieser Dreck, der hier immer in die Ecke geschmissen wird ist schon wirklich übel! Und hier musste ich an unsere Kontrolle am Flughafen denken, Hände desinfizieren – da wir aus dem gefährlichen Singapur angekommen sind! Vielleicht sollte sich der Staat eher um Sempurna kümmern – hier müsste man die ganze Stadt desinfizieren! Ich konnte nichts auf diesem Markt kaufen – weder Obst noch anderes – mir saß der Geruch noch Stunden lang in der Nase!
Am nächsten Tag noch ein Versuch mit den Tawau-Hügeln. Dieses Mal fahren wir direkt nach dem Frühstück, so sind wir noch vor dem Mittagsregen schon hinter dem Tor. Im Rücksack eine einfache Ausrüstung: Pflaster, Blutstillender Stift, Regenjacken, Wasser und Fotoapparat. Die Wanderung kann beginnen. Die Dschungel ist schon ein toller Wald ;-) Und an jeder Ecke gibt es so viel Neues und noch nie (von uns) gesehenes.

Unser Ziel sind die heißen Quellen. Es zieht sich. Es ist heiß und dampfig. Nicht nur der Boden dünstet aus – auch wir. Obwohl es noch nicht regnet, sind wir recht schnell sehr nass. Der Boden ist von den häufigen Regen aufgeweicht und matschig, wie gut, dass wir alte Joggingschuhe mitgenommen haben. Da der Himmel (den man zwar nur selten sieht) immer dunkler wird und somit auch im Dschungel immer dunkler wird, wissen wir, dass der Mittagsregen naht. Bei dem nächsten Schild stehen wir vor der Entscheidung, heiße Quellen 1500 m, kalte Quellen 800 m. Gut wir nehmen die kalten ;-) Aber dieser Weg endet in matschigem Nix. So drehen wir. Als Rainer mich dann bittet nachzuschauen, was in seinem Socken steckt ahne ich schon schlimmes! Es ist ein BLUTEGEL! Ich hasse diese Viecher! Ich mag sie weder an mir noch an meinem Mann – iggit!

Blutegel entfernt und sofort Turbogang Richtung Ausgang eingeschaltet. Die ganze Zeit murmele ich vor mich hin: Blutegel sollen von mir fern bleiben, Blutegel sollen von mir fern bleiben …. Hilft leider nicht ganz, auch ich bekomme ein Exemplar ab, welches sich bei mir in der Nähe meiner Unterhose eingenistet hat! Ist doch die Höhe! Ich mag Dschungel wirklich, aber ich mag keine Blutegel!!!
Es fängt noch an zu regnen, aber bis das Wasser durch den dichten Blätterwald durchsickert ist, kommt bei uns kaum etwas an. So erreichen wir in einem Eiltempo den Ausgang. Schnell Schuhe aus, durchsuchen, Socken durchsuchen. Grob den Körper absuchen. Rainer fand einen in seinem Bauchnabel! Jetzt hat er dort ein dickes Pflaster und fühlt sich wie neugeboren ;-) Jetzt holen wir neue Klamotten aus dem Auto und gehen duschen. Beim Ausziehen entdecke ich noch zwei Egel an der Hose, versuche diese im Klo runter zu spülen – aber diese Mühe ist vergeben – sie kriechen da raus! Die kalte Dusche auf den heißen Körper war wohl nicht meine beste Idee – mir wird plümerant (wie der Dämon aus der Artemis Geschichte sagen würde). Nach einem Tee und einer kurzen Pause fahren wir weiter nach Lahad Datu, wo wir die nächsten zwei Nächte in einem richtigen Hotel verbringen und die unmittelbare Umgebung besichtigen. Die beiden hier liegenden Reservate werden wir dieses Mal nicht besichtigen, da zumindest mein Bedarf an Blutegeln für die nächsten zwei Tage gestillt ist!